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Bedienungsanleitung COM.BOX
3. Elektronische Post SCHREIBEN

In diesem Kapitel sind alle Befehle beschrieben, mit denen Sie Post bei COM.BOX versenden, empfangen und bearbeiten können. Schreiben und Lesen, Verteiler und besondere Versandformen, alles, was direkt mit dem Ein- und Ausgang von Texten und anderen Daten zu tun hat, finden Sie hier erklärt.

Wenn Sie die Verbindung zu COM.BOX aufgebaut und sich mit Namen und Passwort identifiziert haben, werden Sie kurz begrüßt und eventuell über Post informiert, die seit Ihrem letzten Anruf für Sie eingegangen ist. Danach kommt das, was man "Systemprompt" nennt: unsere Aufforderung zur Befehlseingabe (COM.BOX) Sie wünschen?

Nicht vergessen: jeder Befehl, den Sie jetzt eingeben, muß mit <enter> "abgeschickt" werden.

Eine kurze Vorbemerkung zu unserer Schreibweise der Kommandos in den folgenden Erläuterungen. Die meisten COM.BOX-Befehle ("SCHREIBEN", "LESEN") sind sehr allgemein gehalten und richten nur wenig aus, solange sie nicht mit Argumenten verbunden werden, die aus dem globalen Befehl eine konkrete Anweisung machen. Im folgenden haben wir die Kommandos der Übersichtlichkeit halber gleich mit allen möglichen Argumenten versehen, die angegeben werden können. Argumente und Optionen stehen in spitzen Klammern hinter dem Befehl, für den sie gültig sind.



3.1 Postversand mit dem Befehl SCHREIBEN <Empfänger>

Der erste und wichtigste COM.BOX-Befehl, "SCHREIBEN", ermöglicht den Versand von Nachrichten und Dateien aller Art. Texte können direkt während des Dialogs eingegeben werden, fertige Textdateien und alle übrigen Arten von Daten, die Sie vorbereitet haben, müssen - ebenfalls mit Hilfe des Befehls SCHREIBEN - von Ihrem Computer übertragen werden.



3.1.1 Direkteingabe von Texten

Wenn Sie eine Nachricht an uns (unser Systemname lautet "Zentrale") eingeben wollen, tippen Sie bitte zunächst

(COM.BOX) Sie wünschen? SCHREIBEN ZENTRALE
Sie könnten auch einfach nur
(COM.BOX) Sie wünschen? SCHREIBEN
eingeben, in diesem Fall kommt von uns die Frage nach dem
Empfänger: ZENTRALE
unmittelbar danach. Als nächstes fragen wir nach der
Versandzeit: 11.11.2024, 11:11

Haben Sie eine Versandzeit angegeben, wird der Text, den Sie anschließend eingeben, erst zu diesem Termin versandt. So können Sie zum Beispiel Ihre Weihnachtsgrüße schon im Herbst vorproduzieren. Vorsicht bei der Angabe von Daten ohne Uhrzeit! Wenn Sie Versandzeit : 11.11.2024 eingeben, setzen wir automatisch eine Uhrzeit dazu: den Zeitpunkt Ihrer Eingabe. Wenn Sie also am 10.11.2024 Ihren Text abends um 23:00 Uhr mit Versandtag 11.11. eingeben, geht er am Tag darauf auch wirklich erst um 23:00 raus.

Sie müssen aber nicht immer ein Datum eintragen:

Versandzeit: <enter>

Wenn Sie keine Versandzeit angeben und nur <enter> drücken, wird Ihr Auftrag sofort ausgeführt. Als nächstes haben Sie die Möglichkeit, das Thema Ihrer Nachricht anzugeben:

Thema : BITTE UM INFORMATION
Nach der Eingabe des Themas erscheint die Texteingabeaufforderung:
Bitte Text eingeben. Ende mit ... in neuer Zeile.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich fahre nächste Woche nach Asien und wäre daher dankbar, wenn Sie mir eine aktuelle Liste der dortigen Zugangsknoten in mein Postfach legen könnten. Mit freundlichen Grüßen Hans Nutzer

Bei der direkten Texteingabe sollten Sie darauf achten, dass Ihre Zeilen nicht zu lang werden. Etwa 50 Zeichen pro Zeile sollten das Maximum sein, vor allem, wenn Sie den Text per Telex oder Telefax versenden möchten (siehe 3.2). Außerdem ist für Ihren Empfänger der Text am Bildschirm später angenehmer zu lesen. Wenn Sie sich vertippen, korrigieren Sie sich bitte nur mit der <- (Backspace)-Taste, niemals mit den Pfeiltasten.

Korrekturen sind immer nur in der Zeile möglich, in der Sie sich gerade befinden. Beenden Sie die direkte Eingabe mit drei Punkten ("...") zu Beginn einer neuen Zeile. Die Texteingabe ist damit beendet.

Jetzt fragen wir Sie, was mit dem Text geschehen soll: Le.sen Pap.ierkorb Weiter Sen.den ?

Jetzt können Sie die Nachricht nochmals lesen, in den Papierkorb werfen, eine Ergänzung anfügen oder an den Empfänger senden. Die Punkte sollten Sie nicht weiter irritieren: sie zeigen lediglich an, bis zu welcher Stelle im Wort die Eingabe obligatorisch ist, damit Sie Befehle auch einmal abkürzen können. Wichtig: Erst mit der Eingabe des Befehls

Le.sen Pap.ierkorb Weiter Sen.den ?SENDEN

wird Ihr Text gesichert und abgesandt! Wenn Sie nicht wollen, dass Ihr Text automatisch im PAPIERKORB landet, vergessen Sie auf keinen Fall den Befehl SENDEN.

Als Bestätigung für den Versand erhalten Sie die Meldung:

Ab geht die Post an ZENTRALE.
Den eben eingegebenen Text können Sie jetzt auch noch an weitere Empfänger versenden, und zwar als
Kopie an : I.NUTZER
Kommentar (J/N)? N

Bei jeder Kopie, die Sie versenden, haben Sie die Möglichkeit, einen Kommentar anzufügen. Hätten Sie in unserem Beispiel JA gesagt, käme die Aufforderung zur Texteingabe erneut, und Ihr Kommentar würde an den bestehenden Text hinten angefügt. Jetzt haben Sie stattdessen noch einmal die Möglichkeit, Ihren Text zu kopieren:

Kopie an:
Tippen Sie <enter>, ohne zuvor einen Empfängernamen anzugeben, betrachten wir den Versandauftrag als abgeschlossen. Sie finden sich wieder bei unserer Eingabeaufforderung:
(COM.BOX) Sie wünschen?

In aller Regel werden Sie nur sehr kurze Nachrichten in der beschriebenen Form direkt eintippen, während Sie mit COM.BOX verbunden sind. Längere Texte sollten Sie immer bereits vorher mit Ihrem Textverarbeitungsprogramm erstellen.



3.1.2 Unprotokollierte Übertragung von Texten («ASCII-Upload«)

Statt nach der Texteingabeaufforderung " Bitte Text eingeben.
Ende mit
... in neuer Zeile.
Ihre Nachricht direkt einzutippen, können Sie Ihre Kommunikationssoftware veranlassen, einen vorher erstellten Text zu übertragen. Dazu müssen Sie zunächst auf die Kommandoebene Ihres Terminalprogramms gelangen, um Ihren Computer anzuweisen, den Text zu uns zu senden. Wie das funktioniert, hängt von dem benutzten Programm ab.

Senden Sie Ihren Text ohne weitere Umstände als reinen ASCII-Text, ist das nicht anders als die direkte Texteingabe. Nachdem die Übertragung beendet ist, verfahren Sie wie in 3.1.1 weiter: drei Punkte am Anfang einer neuen Zeile, <enter>, SENDEN <enter>.



3.1.3 Protokollierte Übertragung von Texten

Bei der Datenfernübertragung - insbesondere via Telefonnetz - kommt es leicht vor, dass durch Unregelmäßigkeiten im Leitungsnetz Zeichen verloren gehen oder Störungen durch unsinnige Zeichen in Ihren Texten abgebildet werden. Um diesem Problem abzuhelfen, gibt es die sogenannte "Protokollierte Datenübertragung". Datenübertragungsprotokolle prüfen während des Versands von Ihrem Computer zu unserem System, ob alle Zeichen so angekommen sind, wie sie losgeschickt wurden.

Damit diese Prüfung stattfinden kann, muss das entsprechende Protokoll an beiden Enden der Datenübertragung vorhanden sein. Stellt sich bei der Prüfung heraus, dass die Übertragung nicht funktioniert hat, werden die falsch oder gar nicht übertragenen Zeichen nochmals übertragen. Das wohl bekannteste dieser Protokolle ist das "Kermit"-Protokoll, das auch COM.BOX verwendet. Alternativ können Sie bei COM.BOX Daten mit Zmodem übertragen.



3.1.3.1 Textübertragung mit dem Kermit-Protokoll

Ob und welches Protokoll für die Übertragung verwendet werden soll, können Sie selbst bestimmen. Nach der Texteingabeaufforderung

Bitte Text eingeben. Ende mit ... in neuer Zeile.

können Sie unseren Computer durch die Eingabe von .PROTOKOLL dazu veranlassen, seinerseits das Kermit-Protokoll zu starten. Nach dieser Eingabe erwartet COM.BOX, dass Ihr Terminalprogramm den Text ebenfalls per Kermit-Protokoll überträgt. Sie müssen also jetzt Ihre eigene Software veranlassen, die Textdatei zu senden. Wie Sie das tun, hängt vom jeweiligen Programm ab. Sie haben drei Minuten Zeit, den Versand zu starten, danach sehen wir den Versuch als gescheitert an und beenden die Texteingabefunktion.

Von der eigentlichen Übertragung sehen Sie nicht viel. Die meisten Terminalprogramme zeigen Ihnen nur eine Statistik der versandten und empfangenen Zeichen, die paketweise hin- und hergeschickt werden, bis die Übertragung beendet ist. Texte, die protokolliert übertragen wurden, müssen Sie nicht mit drei Punkten abschließen. Wenn das Protokoll mit der Übertragung fertig ist, melden wir uns automatisch mit der Aufforderung:

Le.sen Pap.ierkorb Weiter Sen.den ?
Denken Sie daran: erst nach Eingabe des Sendebefehls wird Ihr Text gespeichert und abgesandt!
Le.sen Pap.ierkorb Weiter Sen.den ?SENDEN <enter>
Ab geht die Post an ZENTRALE.
Kopie an : <enter>
(COM.BOX) Sie wünschen?

Das Kermit-Protokoll, das wir verwenden, ist der moderne Sliding- Window-Kermit. Nicht alle Terminalprogramme können die volle Übertragungsgeschwindigkeit dieses Protokolls ausnutzen, aber in der Regel funktionieren sie trotzdem. Für die seltenen Fälle, in denen Ihr Kermit sich partout nicht mit unserem verstehen will, haben wir noch eine ältere Version des Kermit in Reserve. Anstelle von .PROTOKOLL geben Sie bitte .PROTOKOLL KERMIT ein. Diese Version sollte auch mit betagteren Terminalprogrammen einwandfrei funktionieren.



3.1.3.2 Textübertragung mit Zmodem

Analog zur Übertragung per Kermit funktioniert auch der Textversand mit dem Protokoll Zmodem. Geben Sie nach der Eingabeaufforderung:

Bitte Text eingeben. Ende mit ... in neuer Zeile.
den Befehl .PROTOKOLL ZMODEM <enter> ein. Anstelle des Kermit starten wir dann das Zmodem-Protokoll und erwarten von Ihnen, das Sie dies ebenfalls tun.



3.1.4 Protokollierte Übertragung von Binärdaten

In ähnlicher Weise wie der protokollierte Textversand funktioniert die Übertragung binärer Daten, also zum Beispiel ausführbarer Softwareprogramme oder auch Dateien, die in einem speziellen Datenformat auf Ihrem Computer gespeichert sind. Während Texte aber prinzipiell auch unprotokolliert versandt werden können, geht dies bei binären Daten nicht - sie müssen mit einem Protokoll übertragen werden.

Damit aber nicht genug: Binärdateien müssen beim Versand zu COM.BOX auch als Binärdateien gekennzeichnet werden, damit wir sie richtig verarbeiten können. Während wir nämlich bei Texten grundsätzlich eine automatische Filterung der Zeichensätze und Datenformate für den Adressaten der Sendung vornehmen, dürfen wir bei Binärdaten natürlich nicht eingreifen, um die Daten nicht zu zerstören. Allerdings kann der Empfänger Binärsendungen auch abblocken.



3.1.4.1 Binärübertragung mit dem Kermit-Protokoll

Auch bei der Binärdatenübertragung ist der Kermit unser Standardprotokoll. Nach der Texteingabeaufforderung

Bitte Text eingeben. Ende mit ... in neuer Zeile
müssen Sie nur
.BINÄR <enter>

eingeben, um unser Kermit-Protokoll zu starten. Nach dieser Eingabe erwartet COM.BOX, dass Ihr Terminalprogramm Ihre Datei als Binärdatei per Kermit-Protokoll überträgt. Geben Sie Ihrem Kermit den Sendebefehl und warten Sie, bis die Übertragung beendet ist.

Nach dem Ende der Übertragung kommt die übliche Abfrageroutine, und auch bei Binärdateien gilt: erst nach Eingabe des Sendebefehls wird Ihre Datei gespeichert und abgesandt.

Le.sen Pap.ierkorb Weiter Sen.den ?SENDEN <enter>
Ab geht die Post an ZENTRALE.
Kopie an : <enter>
(COM.BOX) Sie wünschen?

Binäre Daten können bei Bedarf ebenfalls mit der älteren Kermit- Version versandt werden. Anstelle von .BINÄR tippen Sie in diesem Fall bitte: .BINÄR KERMIT



3.1.4.2 Binärdatenübertragung mit Zmodem

Auch Zmodem kann zur Binärdatenübertragung benutzt werden. Nach

Bitte Text eingeben. Ende mit ... in neuer Zeile.
geben Sie den Befehl
.BINÄR ZMODEM

ein, und wir starten das Zmodem-Protokoll zur Binärdatenübertragung.



3.1.5 Protokollierte Übertragung von Grafikdaten

Während die Binärdatenübertragung verhindert, dass in die Dateistruktur eingegriffen wird, können bestimmte Grafikdateien bei COM.BOX besonders behandelt werden. Voraussetzung ist dabei, dass COM.BOX das jeweilige Grafikformat verarbeiten kann (derzeit TIFF, GIF, PCX und Postscript), und dass bereits beim Versand die Datei als Grafik deklariert wird! Ist die Grafik als solche erkannt, ähnelt die Verarbeitung der automatischen Filterung für Texte. Empfängt COM.BOX eine Datei in einem der aufgeführten Grafikformate, wird sie zunächst in unser internes Grafikformat gewandelt, aus dem wir die verschiedenen Zielformate generieren können.

Leider liegt es in der Natur der Sache, dass bei der Konvertierung ein gewisser Qualitätsverlust in Kauf genommen werden muss. Bei der Umwandlung von Postscript in TIFF ist das Resultat nur eine Preview-Version mit einer Auflösung von 75 dpi. Normalerweise sollten Sie deshalb auch Ihre Grafikdaten mit dem Befehl ".BINÄR" versenden, wenn Sie nicht auf die Konvertierung angewiesen sind. Wichtigste Anwendung des Befehls ".GRAFIK" ist der Versand von Grafiken per Telefax (siehe 3.2.1). Bei der Umwandlung in das Fax- Format sind wir auch etwas großzügiger bei der Auflösung: Faxe aus Postscriptdateien werden mit 200 dpi versandt.



3.1.6 Punktbefehle

Unsere wichtigsten Punktbefehle ".PROTOKOLL", ".BINÄR" und ".GRAFIK" kennen Sie schon. Wir nennen sie Punktbefehle, da dem Namen eines jeden Befehls ein Punkt vorangestellt werden muss (damit unser Computer Text und Befehle auseinander halten kann).

Beachten Sie bitte, dass Punktbefehle immer zu Beginn einer neuen Zeile eingegeben werden müssen, denn nur dort werden die eingehenden Zeichen daraufhin geprüft, ob es sich um Text oder einen Befehl handelt.


.? oder .HILFE

geben einen Hilfstext am Bildschirm aus, der die hier aufgeführten Punktbefehle erläutert.

.ÜBERBLICK <textnummern>
.EINFÜGEN <textnummern>

erlauben, aus dem Texteingabemodus heraus Ihr Postfach einzusehen und in Ihrem Postfach vorhandene Daten in den Text einzufügen.

.LESEN
.PAPIERKORB
.SENDEN

haben die gleiche Bedeutung wie die Befehle, die nach dem Ende der Texteingabe auf Sie warten (siehe 3.1.1).



 
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