In diesem Kapitel sind alle Befehle beschrieben, mit denen Sie
Post bei COM.BOX versenden, empfangen und bearbeiten können.
Schreiben und Lesen, Verteiler und besondere Versandformen, alles,
was direkt mit dem Ein- und Ausgang von Texten und anderen Daten
zu tun hat, finden Sie hier erklärt.
Wenn Sie die Verbindung zu COM.BOX aufgebaut und sich mit Namen
und Passwort identifiziert haben, werden Sie kurz begrüßt und
eventuell über Post informiert, die seit Ihrem letzten Anruf für
Sie eingegangen ist. Danach kommt das, was man "Systemprompt"
nennt:
unsere Aufforderung zur Befehlseingabe
(COM.BOX) Sie wünschen?
Nicht vergessen: jeder Befehl, den Sie jetzt eingeben, muß mit <enter>
"abgeschickt" werden.
Eine kurze Vorbemerkung zu unserer Schreibweise der Kommandos in
den folgenden Erläuterungen. Die meisten COM.BOX-Befehle
("SCHREIBEN", "LESEN") sind sehr allgemein gehalten und richten
nur wenig aus, solange sie nicht mit Argumenten verbunden werden,
die aus dem globalen Befehl eine konkrete Anweisung machen. Im
folgenden haben wir die Kommandos der Übersichtlichkeit halber
gleich mit allen möglichen Argumenten versehen, die angegeben
werden können. Argumente und Optionen stehen in spitzen Klammern
hinter dem Befehl, für den sie gültig sind.
Der erste und wichtigste COM.BOX-Befehl, "SCHREIBEN",
ermöglicht den Versand von Nachrichten und Dateien aller Art.
Texte können direkt während des Dialogs eingegeben werden,
fertige Textdateien und alle übrigen Arten von Daten, die Sie
vorbereitet haben, müssen - ebenfalls mit Hilfe des Befehls
SCHREIBEN - von Ihrem Computer übertragen werden.
Wenn Sie eine Nachricht an uns (unser Systemname lautet
"Zentrale") eingeben wollen, tippen Sie bitte zunächst
- (COM.BOX) Sie wünschen? SCHREIBEN ZENTRALE
-
Sie könnten auch einfach nur
- (COM.BOX) Sie wünschen? SCHREIBEN
-
eingeben, in diesem Fall kommt von uns die Frage nach dem
- Empfänger: ZENTRALE
-
unmittelbar danach. Als nächstes fragen wir nach der
- Versandzeit: 11.11.2024, 11:11
-
Haben Sie eine Versandzeit angegeben, wird der Text, den Sie
anschließend eingeben, erst zu diesem Termin versandt. So
können Sie zum Beispiel Ihre Weihnachtsgrüße schon
im Herbst vorproduzieren. Vorsicht bei der Angabe von Daten ohne
Uhrzeit! Wenn Sie Versandzeit : 11.11.2024 eingeben, setzen
wir automatisch eine Uhrzeit dazu: den Zeitpunkt Ihrer Eingabe. Wenn
Sie also am 10.11.2024 Ihren Text abends um 23:00 Uhr mit Versandtag
11.11. eingeben, geht er am Tag darauf auch wirklich erst um 23:00
raus.
Sie müssen aber nicht immer ein Datum eintragen:
- Versandzeit: <enter>
Wenn Sie keine Versandzeit angeben und nur <enter>
drücken, wird Ihr Auftrag sofort ausgeführt. Als nächstes
haben Sie die Möglichkeit, das Thema Ihrer Nachricht anzugeben:
- Thema : BITTE UM INFORMATION
-
Nach der Eingabe des Themas erscheint die Texteingabeaufforderung:
- Bitte Text eingeben. Ende mit ... in neuer Zeile.
- Sehr geehrte Damen und Herren, ich fahre nächste Woche
nach Asien und wäre daher dankbar, wenn Sie mir eine aktuelle
Liste der dortigen Zugangsknoten in mein Postfach legen könnten.
Mit freundlichen Grüßen Hans Nutzer
Bei der direkten Texteingabe sollten Sie darauf achten, dass
Ihre Zeilen nicht zu lang werden. Etwa 50 Zeichen pro Zeile sollten
das Maximum sein, vor allem, wenn Sie den Text per Telex oder
Telefax versenden möchten (siehe 3.2). Außerdem ist für
Ihren Empfänger der Text am Bildschirm später angenehmer
zu lesen. Wenn Sie sich vertippen, korrigieren Sie sich bitte nur
mit der <- (Backspace)-Taste, niemals mit den Pfeiltasten.
Korrekturen sind immer nur in der Zeile möglich, in der Sie
sich gerade befinden. Beenden Sie die direkte Eingabe mit drei
Punkten ("...") zu Beginn einer neuen Zeile. Die
Texteingabe ist damit beendet.
Jetzt fragen wir Sie, was mit dem
Text geschehen soll: Le.sen Pap.ierkorb Weiter Sen.den ?
Jetzt können Sie die Nachricht nochmals lesen, in den
Papierkorb werfen, eine Ergänzung anfügen oder an den
Empfänger senden. Die Punkte sollten Sie nicht weiter
irritieren: sie zeigen lediglich an, bis zu welcher Stelle im Wort
die Eingabe obligatorisch ist, damit Sie Befehle auch einmal
abkürzen können. Wichtig: Erst mit der Eingabe des Befehls
- Le.sen Pap.ierkorb Weiter Sen.den ?SENDEN
-
wird Ihr Text gesichert und abgesandt! Wenn Sie nicht wollen, dass
Ihr Text automatisch im PAPIERKORB landet, vergessen Sie auf keinen
Fall den Befehl SENDEN.
Als Bestätigung für den Versand
erhalten Sie die Meldung:
- Ab geht die Post an ZENTRALE.
- Den eben eingegebenen Text können Sie jetzt auch noch an
weitere Empfänger versenden, und zwar als
- Kopie an : I.NUTZER
-
Kommentar (J/N)? N
Bei jeder Kopie, die Sie versenden, haben Sie die Möglichkeit,
einen Kommentar anzufügen. Hätten Sie in unserem Beispiel
JA gesagt, käme die Aufforderung zur Texteingabe erneut,
und Ihr Kommentar würde an den bestehenden Text hinten
angefügt. Jetzt haben Sie stattdessen noch einmal die
Möglichkeit, Ihren Text zu kopieren:
- Kopie an:
- Tippen Sie <enter>, ohne zuvor einen Empfängernamen
anzugeben, betrachten wir den Versandauftrag als abgeschlossen. Sie
finden sich wieder bei unserer Eingabeaufforderung:
- (COM.BOX) Sie wünschen?
In aller Regel werden Sie nur sehr kurze Nachrichten in der
beschriebenen Form direkt eintippen, während Sie mit COM.BOX
verbunden sind. Längere Texte sollten Sie immer bereits vorher
mit Ihrem Textverarbeitungsprogramm erstellen.
Statt nach der Texteingabeaufforderung
" Bitte Text eingeben.
Ende
mit
... in neuer Zeile.
Ihre Nachricht direkt einzutippen, können
Sie Ihre Kommunikationssoftware veranlassen, einen vorher erstellten
Text zu übertragen. Dazu müssen Sie zunächst auf die
Kommandoebene Ihres Terminalprogramms gelangen, um Ihren Computer
anzuweisen, den Text zu uns zu senden. Wie das funktioniert, hängt
von dem benutzten Programm ab.
Senden Sie Ihren Text ohne weitere Umstände als reinen
ASCII-Text, ist das nicht anders als die direkte Texteingabe.
Nachdem die Übertragung beendet ist, verfahren Sie wie in 3.1.1
weiter: drei Punkte am Anfang einer neuen Zeile, <enter>,
SENDEN <enter>.
Bei der Datenfernübertragung - insbesondere via Telefonnetz
- kommt es leicht vor, dass durch Unregelmäßigkeiten
im Leitungsnetz Zeichen verloren gehen oder Störungen durch
unsinnige Zeichen in Ihren Texten abgebildet werden. Um diesem
Problem abzuhelfen, gibt es die sogenannte "Protokollierte
Datenübertragung". Datenübertragungsprotokolle prüfen
während des Versands von Ihrem Computer zu unserem System, ob
alle Zeichen so angekommen sind, wie sie losgeschickt wurden.
Damit diese Prüfung stattfinden kann, muss das
entsprechende Protokoll an beiden Enden der Datenübertragung
vorhanden sein. Stellt sich bei der Prüfung heraus, dass
die Übertragung nicht funktioniert hat, werden die falsch oder
gar nicht übertragenen Zeichen nochmals übertragen. Das
wohl bekannteste dieser Protokolle ist das "Kermit"-Protokoll,
das auch COM.BOX verwendet. Alternativ können Sie bei COM.BOX
Daten mit Zmodem übertragen.
Ob und welches Protokoll für die Übertragung verwendet
werden soll, können Sie selbst bestimmen. Nach der
Texteingabeaufforderung
- Bitte Text eingeben. Ende mit ... in neuer Zeile.
können Sie unseren Computer durch die Eingabe von
.PROTOKOLL dazu veranlassen, seinerseits das Kermit-Protokoll
zu starten. Nach dieser Eingabe erwartet COM.BOX, dass Ihr
Terminalprogramm den Text ebenfalls per Kermit-Protokoll überträgt.
Sie müssen also jetzt Ihre eigene Software veranlassen, die
Textdatei zu senden. Wie Sie das tun, hängt vom jeweiligen
Programm ab. Sie haben drei Minuten Zeit, den Versand zu starten,
danach sehen wir den Versuch als gescheitert an und beenden die
Texteingabefunktion.
Von der eigentlichen Übertragung sehen Sie nicht viel. Die
meisten Terminalprogramme zeigen Ihnen nur eine Statistik der
versandten und empfangenen Zeichen, die paketweise hin- und
hergeschickt werden, bis die Übertragung beendet ist. Texte,
die protokolliert übertragen wurden, müssen Sie nicht mit
drei Punkten abschließen. Wenn das Protokoll mit der
Übertragung fertig ist, melden wir uns automatisch mit der
Aufforderung:
- Le.sen Pap.ierkorb Weiter Sen.den ?
- Denken Sie daran: erst nach Eingabe des Sendebefehls wird Ihr
Text gespeichert und abgesandt!
- Le.sen Pap.ierkorb Weiter Sen.den ?SENDEN <enter>
- Ab geht die Post an ZENTRALE.
- Kopie an : <enter>
- (COM.BOX) Sie wünschen?
Das Kermit-Protokoll, das wir verwenden, ist der moderne
Sliding- Window-Kermit. Nicht alle Terminalprogramme können die
volle Übertragungsgeschwindigkeit dieses Protokolls ausnutzen,
aber in der Regel funktionieren sie trotzdem. Für die seltenen
Fälle, in denen Ihr Kermit sich partout nicht mit unserem
verstehen will, haben wir noch eine ältere Version des Kermit
in Reserve. Anstelle von .PROTOKOLL geben Sie bitte
.PROTOKOLL KERMIT ein. Diese Version sollte auch mit
betagteren Terminalprogrammen einwandfrei funktionieren.
Analog zur Übertragung per Kermit funktioniert auch der
Textversand mit dem Protokoll Zmodem. Geben Sie nach der
Eingabeaufforderung:
- Bitte Text eingeben. Ende mit ... in neuer Zeile.
- den Befehl .PROTOKOLL ZMODEM <enter> ein. Anstelle
des Kermit starten wir dann das Zmodem-Protokoll und erwarten von
Ihnen, das Sie dies ebenfalls tun.
In ähnlicher Weise wie der protokollierte Textversand
funktioniert die Übertragung binärer Daten, also zum
Beispiel ausführbarer Softwareprogramme oder auch Dateien, die
in einem speziellen Datenformat auf Ihrem Computer gespeichert sind.
Während Texte aber prinzipiell auch unprotokolliert versandt
werden können, geht dies bei binären Daten nicht - sie
müssen mit einem Protokoll übertragen werden.
Damit aber nicht genug: Binärdateien müssen beim
Versand zu COM.BOX auch als Binärdateien gekennzeichnet werden,
damit wir sie richtig verarbeiten können. Während wir
nämlich bei Texten grundsätzlich eine automatische
Filterung der Zeichensätze und Datenformate für den
Adressaten der Sendung vornehmen, dürfen wir bei Binärdaten
natürlich nicht eingreifen, um die Daten nicht zu zerstören.
Allerdings kann der Empfänger Binärsendungen auch abblocken.
Auch bei der Binärdatenübertragung ist der Kermit
unser Standardprotokoll. Nach der Texteingabeaufforderung
- Bitte Text eingeben. Ende mit ... in neuer Zeile
- müssen Sie nur
- .BINÄR <enter>
eingeben, um unser Kermit-Protokoll zu starten. Nach dieser
Eingabe erwartet COM.BOX, dass Ihr Terminalprogramm Ihre Datei
als Binärdatei per Kermit-Protokoll überträgt. Geben
Sie Ihrem Kermit den Sendebefehl und warten Sie, bis die Übertragung
beendet ist.
Nach dem Ende der Übertragung kommt die übliche
Abfrageroutine, und auch bei Binärdateien gilt: erst nach
Eingabe des Sendebefehls wird Ihre Datei gespeichert und abgesandt.
- Le.sen Pap.ierkorb Weiter Sen.den ?SENDEN <enter>
- Ab geht die Post an ZENTRALE.
- Kopie an : <enter>
- (COM.BOX) Sie wünschen?
Binäre Daten können bei Bedarf ebenfalls mit der
älteren Kermit- Version versandt werden. Anstelle von .BINÄR
tippen Sie in diesem Fall bitte: .BINÄR KERMIT
Auch Zmodem kann zur Binärdatenübertragung benutzt
werden. Nach
- Bitte Text eingeben. Ende mit ... in neuer Zeile.
- geben Sie den Befehl
- .BINÄR ZMODEM
ein, und wir starten das Zmodem-Protokoll zur Binärdatenübertragung.
Während die Binärdatenübertragung verhindert, dass
in die Dateistruktur eingegriffen wird, können bestimmte
Grafikdateien bei COM.BOX besonders behandelt werden. Voraussetzung
ist dabei, dass COM.BOX das jeweilige Grafikformat verarbeiten
kann (derzeit TIFF, GIF, PCX und Postscript), und dass bereits
beim Versand die Datei als Grafik deklariert wird! Ist die Grafik
als solche erkannt, ähnelt die Verarbeitung der automatischen
Filterung für Texte. Empfängt COM.BOX eine Datei in einem
der aufgeführten Grafikformate, wird sie zunächst in unser
internes Grafikformat gewandelt, aus dem wir die verschiedenen
Zielformate generieren können.
Leider liegt es in der Natur der Sache, dass bei der
Konvertierung ein gewisser Qualitätsverlust in Kauf genommen
werden muss. Bei der Umwandlung von Postscript in TIFF ist das
Resultat nur eine Preview-Version mit einer Auflösung von 75
dpi. Normalerweise sollten Sie deshalb auch Ihre Grafikdaten mit dem
Befehl ".BINÄR" versenden, wenn Sie nicht auf die
Konvertierung angewiesen sind. Wichtigste Anwendung des Befehls
".GRAFIK" ist der Versand von Grafiken per Telefax (siehe
3.2.1). Bei der Umwandlung in das Fax- Format sind wir auch etwas
großzügiger bei der Auflösung: Faxe aus
Postscriptdateien werden mit 200 dpi versandt.
Unsere wichtigsten Punktbefehle ".PROTOKOLL", ".BINÄR"
und ".GRAFIK" kennen Sie schon. Wir nennen sie
Punktbefehle, da dem Namen eines jeden Befehls ein Punkt
vorangestellt werden muss (damit unser Computer Text und
Befehle auseinander halten kann).
Beachten Sie bitte, dass Punktbefehle immer zu Beginn einer
neuen Zeile eingegeben werden müssen, denn nur dort werden die
eingehenden Zeichen daraufhin geprüft, ob es sich um Text oder
einen Befehl handelt.
.? oder .HILFE |
geben einen Hilfstext am Bildschirm aus, der die hier aufgeführten Punktbefehle erläutert. |
.ÜBERBLICK <textnummern> .EINFÜGEN <textnummern> |
erlauben, aus dem Texteingabemodus heraus Ihr Postfach einzusehen und in Ihrem Postfach vorhandene Daten in den Text einzufügen. |
.LESEN .PAPIERKORB .SENDEN |
haben die gleiche Bedeutung wie die Befehle, die nach dem Ende der Texteingabe auf Sie warten (siehe 3.1.1). |